LoRaWAN oder NB-IoT? Der ehrliche Vergleich

LoRaWAN · NB-IoT · LPWAN-Vergleich

LoRaWAN oder NB-IoT? Der ehrliche Vergleich — und wann welche Technologie wirklich gewinnt

Zwei Funktechnologien, ein Ziel: stromsparende Sensordaten über weite Strecken. Die Unterschiede bei Kosten, Netzinfrastruktur und Anwendungsfall sind erheblich — dieser Beitrag zeigt, worauf es ankommt. Mehr zu LoRaWAN bei Elbesoft.

LoRaWAN
868 MHz · unlizenziert
NB-IoT
LTE-Band · lizenziert
Batterie
bis 10 Jahre (beide)
Sicherheit
AES-128 · Ende-zu-Ende
Elbesoft Connect · ThingsBoard

LoRaWAN oder NB-IoT? Der ehrliche Vergleich — und wann welche Technologie wirklich gewinnt

Immer mehr Unternehmen, Kommunen und Gebäudebetreiber wollen ihre Infrastruktur mit drahtlosen Sensoren ausstatten — und stehen früher oder später vor derselben Frage: LoRaWAN oder NB-IoT? Beide Technologien versprechen jahrelange Batterielaufzeiten, hohe Reichweiten und niedrige Datenraten. Doch die Unterschiede in Kosten, Netzarchitektur und Einsatzszenarien sind grundlegend.

Was beide Technologien gemeinsam haben

LoRaWAN und NB-IoT gehören beide zur Kategorie der LPWAN-Technologien (Low Power Wide Area Network). Das bedeutet: geringe Sendeleistung, hohe Reichweite und sehr niedrige Datenraten — ideal für Sensoren, die selten kleine Datenpakete übertragen und dabei möglichst lange mit einer Batterie auskommen sollen.

Weder LoRaWAN noch NB-IoT eignet sich für Videostreaming, Sprachübertragung oder Anwendungen mit hoher Bandbreite. Beide sind für das stille Internet der Dinge gemacht: Temperatur messen, Zählerstände auslesen, Türkontakte überwachen, Füllstände erfassen — zuverlässig, energiesparend, über Jahre hinweg.

10
Jahre
typische Batterielaufzeit (beide)
km+
Reichweite
LoRaWAN im Freifeld
0
SIM-Karten
benötigt bei LoRaWAN
AES-128
Verschlüsselung
LoRaWAN-Standard

Der große Unterschied: Wer betreibt das Netz?

Hier liegt der entscheidende strukturelle Unterschied zwischen beiden Technologien — und er hat weitreichende Konsequenzen für Kosten, Kontrolle und Abhängigkeit.

NB-IoT ist eine Mobilfunktechnologie und läuft ausschließlich über lizenzierte Frequenzbänder, die von Netzbetreibern wie der Deutschen Telekom oder Vodafone betrieben werden. Jedes NB-IoT-Gerät benötigt eine SIM-Karte und einen Mobilfunkvertrag. Sie sind damit dauerhaft von einem externen Netzbetreiber abhängig.

LoRaWAN nutzt unlizenzierte ISM-Bänder (868 MHz in Europa) und kann entweder über öffentliche Netzwerke wie The Things Network (TTN) genutzt oder als vollständig privates Netz betrieben werden. Wer ein eigenes Gateway aufstellt, hat die vollständige Kontrolle — ohne SIM-Karten, ohne monatliche Mobilfunkgebühren pro Gerät und ohne Abhängigkeit von einem Netzbetreiber.

LoRaWAN vs. NB-IoT: Der direkte Vergleich

Kriterium LoRaWAN NB-IoT
Frequenzband 868 MHz (EU), unlizenziert Vorteil LTE-Bänder, lizenziert
Netzinfrastruktur Privat oder öffentlich (TTN) Flexibel Nur über Mobilfunkanbieter
SIM-Karte nötig Nein Ja, pro Gerät
Laufende Kosten Keine pro Sensor Vorteil SIM-Tarif pro Gerät/Monat
Reichweite (Freifeld) Mehrere Kilometer Vorteil Abhängig von Mobilfunknetz
Gebäudedurchdringung Sehr gut (SF12) Gut (164 dB MCL) Vorteil
Batterielaufzeit Bis 10 Jahre Bis 10 Jahre (PSM-Modus)
Datenrate Niedrig (Sensordaten) Höher Vorteil
Latenz Sekunden bis Minuten Sekunden Vorteil
Netzabdeckung DE TTN + eigene Gateways Telekom/Vodafone-Netz Vorteil
Geräteanzahl/Gateway Tausende Sensoren Vorteil Begrenzt durch Netzkapazität
Datensicherheit AES-128, Ende-zu-Ende Mobilfunk-Standard
Netzunabhängigkeit Vollständig Vorteil Abhängig vom Anbieter
Geeignet für Gebäude, Industrie, Kommunen Mobile Objekte, Tracking

Wann ist LoRaWAN die richtige Wahl?

LoRaWAN ist die überlegene Wahl immer dann, wenn Sie viele Sensoren an festen Standorten betreiben, die Kontrolle über Ihr Netzwerk behalten wollen und keine dauerhaften Mobilfunkgebühren pro Gerät zahlen möchten. Das trifft auf die überwiegende Mehrheit der B2B-IoT-Projekte zu.

Gebäude- und Raumklimamonitoring, Energiemessung, Leckage — ein Gateway deckt ganze Gebäudekomplexe ab.
Strom, Wärme und Wasser kabellos erfassen — datenbasierte Steuerung zur Senkung der Betriebskosten.
Temperatur, Luftfeuchte, CO₂ — bis zu 8 Jahre Akkulaufzeit, Messung alle 15–60 Minuten.
Zustandsüberwachung von Maschinen, Füllstände, Vibration — ohne Kabelaufwand, Jahre ohne Batteriewechsel.

Die Kostenfrage: Einmalig vs. monatlich

LoRaWAN hat höhere Anfangskosten, wenn ein eigenes Gateway benötigt wird — jedoch entstehen danach keine laufenden Kosten pro Sensor. NB-IoT hat niedrigere Einstiegskosten (kein Gateway nötig), erzeugt aber dauerhaft Betriebskosten durch SIM-Tarife. Bei einer größeren Anzahl von Sensoren über mehrere Jahre summiert sich dieser Unterschied erheblich.

Wer langfristig plant und viele stationäre Sensoren betreibt, fährt mit LoRaWAN in der Gesamtkostenrechnung in der Regel deutlich günstiger. NB-IoT kann sinnvoll sein, wenn keine eigene Infrastruktur aufgebaut werden soll oder die Geräte mobil sind.

Netzabdeckung: Öffentlich oder privat?

Ein häufig genannter Vorteil von NB-IoT ist die flächendeckende Mobilfunkabdeckung in Deutschland — auch in ländlichen Regionen. Das stimmt, hat aber eine Kehrseite: Sie sind vollständig abhängig davon, dass der Mobilfunkanbieter seinen Dienst weiterführt und die Preise stabil hält.

LoRaWAN bietet zwei Wege: Entweder nutzen Sie das kostenfreie öffentliche TTN-Netz, das in deutschen Städten gut ausgebaut ist, oder Sie installieren ein eigenes Gateway. Wer beides kombiniert, hat maximale Ausfallsicherheit.

Referenzprojekt: Stadt Bad Belzig

Für die Stadt Bad Belzig hat Elbesoft IoT ein eigenes LoRaWAN-Netzwerk mit zwei Outdoor-Gateways aufgebaut. Die Gateways decken den gesamten Stadtkern ab — ohne SIM-Karten pro Sensor, ohne Mobilfunkabhängigkeit. Die Sensordaten laufen über TTN in die Elbesoft Connect-Plattform.

Sicherheit: AES-128 vs. Mobilfunk-Standard

LoRaWAN nutzt AES-128-Verschlüsselung Ende-zu-Ende: Die Daten werden bereits auf dem Sensor verschlüsselt und erst auf der Applikationsschicht entschlüsselt. Kein Zwischenknoten kann die Nutzdaten einsehen. Bei LoRaWAN haben Sie volle Kontrolle über die Schlüsselverwaltung — kein Mobilfunkanbieter ist beteiligt.

Plattform: Elbesoft Connect für beide Technologien

Elbesoft Connect ist ein schlüsselfertiger Managed Service auf Basis von ThingsBoard CE und nimmt Sensordaten sowohl aus LoRaWAN- als auch aus NB-IoT-Quellen entgegen. Mehr als 50 Gerätedecoder sind vorkonfiguriert — neue Decoder werden auf Anfrage innerhalb von 48 Stunden ergänzt.

Elbesoft Connect — ab 175 €/Monat

Bis zu 50 Sensoren, 50+ vorkonfigurierte Decoder, Dashboards und Alarme — einsatzbereit am ersten Tag. Neue Decoder auf Anfrage in 48 Stunden. Hosting auf Servern in Deutschland, DSGVO-konform. Mehr zu Elbesoft Connect

Fazit: Welche Technologie passt zu Ihrem Projekt?

Die Antwort ist in den meisten Fällen klar: Wenn Ihre Sensoren an festen Standorten betrieben werden, Sie viele Geräte einsetzen wollen und die Kosten über mehrere Jahre im Blick haben — dann ist LoRaWAN die wirtschaftlich und technisch überlegene Wahl. Kein SIM, kein Anbieterlock-in, vollständige Netzhoheit, AES-128-Verschlüsselung und Batterien für bis zu zehn Jahre.

NB-IoT gewinnt dann, wenn Ihre Geräte mobil sind oder Sie in einer Region ohne LoRaWAN-Abdeckung arbeiten. Für die meisten B2B-Projekte in Deutschland — Gebäude, Industrie, Kommunen — ist LoRaWAN die bessere Wahl.

Häufige Fragen zu LoRaWAN vs. NB-IoT

Kann ich LoRaWAN und NB-IoT parallel betreiben?

Ja. Beide Technologien schließen sich nicht aus. In der Praxis setzen manche Unternehmen LoRaWAN für stationäre Sensoren ein und NB-IoT für mobile Assets. Elbesoft Connect kann Daten aus beiden Quellen gleichzeitig verarbeiten.

Brauche ich für LoRaWAN immer ein eigenes Gateway?

Nicht unbedingt. In vielen deutschen Städten gibt es bereits öffentliche LoRaWAN-Abdeckung über The Things Network (TTN). Für zuverlässigen Dauerbetrieb empfehlen wir ein eigenes Gateway — ab Werk konfiguriert und schnell einsatzbereit.

Wie hoch sind die monatlichen Kosten bei LoRaWAN?

Es fallen keine Kosten pro Sensor an. Die laufenden Kosten beschränken sich auf die Plattformlizenz — Elbesoft Connect startet ab 175 €/Monat für bis zu 50 Sensoren inklusive Hosting, Dashboards und Alarmierung.

Ist LoRaWAN zukunftssicher?

Ja. LoRaWAN ist ein offener Standard der LoRa Alliance mit über 500 Mitgliedsunternehmen weltweit. Da LoRaWAN auf unlizenzierte Frequenzbänder setzt, besteht kein Anbietermonopol und kein Abschaltungsrisiko — anders als bei 2G/3G-Abschaltungen im Mobilfunk.

Welche Reichweite hat LoRaWAN in Gebäuden?

LoRaWAN durchdringt Betonwände, Decken und Schächte sehr zuverlässig. Ein einzelnes Gateway versorgt problemlos ein mehrstöckiges Bürogebäude oder einen Gebäudekomplex mit mehreren tausend Quadratmetern.

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