ThingsBoard Multi-Tenancy: Eine Plattform für viele Kunden
Stadtwerke, Gebäudeverwalter und Dienstleister betreiben mit ThingsBoard mehrere Kunden und Standorte auf einer einzigen Instanz – vollständig isoliert, zentral verwaltet, direkt aus Dresden betrieben.
ThingsBoard Multi-Tenancy: Eine Plattform für viele Kunden und Standorte betreiben
ThingsBoard unterstützt Multi-Tenancy nativ: Eine einzige Plattforminstanz kann gleichzeitig für viele unabhängige Kunden, Liegenschaften oder Abteilungen betrieben werden – mit vollständiger Datenisolation, individuellen Dashboards und getrennter Benutzerverwaltung pro Mandant. Für Stadtwerke, Gebäudeverwalter und Dienstleister, die IoT-Lösungen für mehrere Kunden anbieten, ist dieses Modell die effizienteste Betriebsform.
Was ist Multi-Tenancy – und warum ist es für den IoT-Betrieb entscheidend?
Multi-Tenancy beschreibt die Fähigkeit einer Software-Plattform, mehrere vollständig voneinander getrennte Mandanten – also Kunden, Abteilungen oder Standorte – auf einer einzigen Betriebsinstanz zu verwalten. Jeder Mandant erhält dabei seinen eigenen, isolierten Bereich: eigene Geräte, eigene Daten, eigene Benutzer und eigene Dashboards. Aus Sicht eines Mandanten wirkt die Plattform wie eine dedizierte Lösung – obwohl im Hintergrund eine gemeinsame Infrastruktur genutzt wird.
Für den Betrieb von IoT-Lösungen ist dieses Prinzip äußerst wertvoll. Wer für zehn verschiedene Gebäude oder zehn Kunden eine separate Plattforminstanz betreiben müsste, trägt den zehnfachen Wartungsaufwand, die zehnfachen Betriebskosten und zehnfache Komplexität bei Updates und Sicherheits-Patches. Mit Multi-Tenancy entfällt diese Last: ein Betrieb, eine Wartung, eine Sicherheitsinfrastruktur – und trotzdem vollständige logische Trennung für jeden Kunden.
Die ThingsBoard-Mandantenarchitektur im Detail
ThingsBoard strukturiert seine Mandantenarchitektur in einer klaren dreistufigen Hierarchie. Auf der obersten Ebene steht der System-Administrator, der die Gesamtplattform verwaltet, Mandanten anlegt und plattformweite Einstellungen kontrolliert. Darunter folgen die Tenant-Administratoren: Sie verwalten ihren eigenen Mandantenbereich vollständig autonom – Geräte, Alarm-Regeln, Datenverarbeitung und Dashboards. Auf der dritten Ebene können Tenants wiederum eigene Kunden (Customers) anlegen und diesen definierte Geräte, Dashboards und Benutzerkonten zuweisen.
Die Datentrennung zwischen Mandanten ist technisch auf Datenbankebene erzwungen: Kein Tenant kann auf Daten, Geräte oder Dashboards eines anderen Tenants zugreifen. Im Zusammenspiel mit dem LoRaWAN-Netzwerk von Elbesoft – das alle Daten per AES-128-Verschlüsselung überträgt – entsteht eine durchgängig sichere Architektur von der Sensorebene bis zum Dashboard.
System-Administrator: Verwaltet die Gesamtplattform, legt Tenants an,
kontrolliert plattformweite Ressourcen.
Tenant-Administrator: Vollständig autonome Verwaltung des eigenen
Mandantenbereichs – Geräte, Regeln, Dashboards, Alarm-Konfigurationen.
Customer (Kunde): Unterhalb des Tenants – erhält Zugriff
auf zugewiesene Geräte und Dashboards mit definierten Benutzerrollen.
Datenisolation: Technisch auf Datenbankebene erzwungen –
kein Mandant sieht die Daten eines anderen.
Anwendungsfall: Stadtwerke und kommunale Versorger
Stadtwerke betreiben häufig eine Vielzahl von Liegenschaften, Versorgungsbereichen und Kundengruppen gleichzeitig: Fernwärme-Abonnenten, kommunale Gebäude, Straßenbeleuchtungsnetze, Wasserversorgungsanlagen. Für jede dieser Gruppen separate IoT-Systeme zu betreiben, ist wirtschaftlich nicht sinnvoll. Mit dem Multi-Tenancy-Modell von ThingsBoard lässt sich eine zentrale Plattform aufbauen, die alle Bereiche in getrennten Mandanten beherbergt – mit individuellen Dashboards, eigenen Alarm-Konfigurationen und separaten Benutzergruppen pro Abteilung oder Kundensegment.
Im Bereich Smart City ermöglicht Multi-Tenancy außerdem, externe Partner oder Dienstleister in die Plattform einzubinden, ohne dass diese Einblick in andere Bereiche erhalten. Ein Wartungsdienstleister für Heizungsanlagen sieht ausschließlich die ihm zugewiesenen Geräte – nicht die Messwerte anderer Bereiche. Das LoRaWAN-Netzwerk liefert dabei die Konnektivität für batteriebetriebene Sensoren mit laut Herstellerangaben bis zu 10 Jahren Akkulaufzeit, während ein einziges Gateway laut Herstellerangaben ganze Gebäudekomplexe abdeckt.
Anwendungsfall: Gebäudeverwalter und Wohnungswirtschaft
Wohnungsunternehmen und Gebäudeverwalter mit einem Bestand von mehreren Liegenschaften stehen vor einer typischen Herausforderung: Jedes Gebäude hat seine eigene Heizungsanlage, seine eigene Haustechnik und im Idealfall eigene Mieter oder Eigentümer als Nutzergruppe. Mit dem ThingsBoard-Mandantenmodell kann für jede Liegenschaft – oder jede Eigentümergemeinschaft – ein eigener Customer-Bereich eingerichtet werden. Die zentrale Verwaltung aller Liegenschaften liegt beim Verwalter; die jeweiligen Hausverwaltungen oder Mieter sehen ausschließlich ihre eigenen Daten.
Konkret eingesetzt werden können etwa Raumklimasensoren mit laut Herstellerangaben bis zu 8 Jahren Akkulaufzeit im 15- bis 60-Minuten-Takt sowie LoRaWAN-Thermostate, die laut Herstellerangaben bis zu 30 % Heizenergie einsparen und deren Montage laut Herstellerangaben in rund 3 Minuten abgeschlossen ist. Das bedeutet: Ein Gebäudeverwalter kann neue Liegenschaften in die Plattform aufnehmen, Sensoren installieren und dem zuständigen Kundenaccount zuweisen – alles ohne neue Infrastruktur, ohne neue Softwareinstanz.
Im Bereich Gebäudeenergiemanagement entsteht so ein durchgängiges System, das von der Sensorebene über das LoRaWAN-Netzwerk bis zur mandantenfähigen Plattform lückenlos integriert ist.
Praxisbeispiel: Altonaer Kaispeicher Hamburg
Ein anschauliches Beispiel für den Einsatz von ThingsBoard in einem anspruchsvollen Gebäudeumfeld liefert das Smart-Building-Projekt am Altonaer Kaispeicher in Hamburg. In dem denkmalgeschützten Gebäude wurden zusammen mit dem Partner HWP Raumklimasensoren, LoRaWAN-Thermostate, Tür- und Fensterkontakte, Leckagesensorik sowie Klappstromwandler installiert – die gesamte Montage in einem einzigen Tag. Sämtliche Sensordaten laufen über das LoRaWAN-Netzwerk in die Elbesoft-Connect-Plattform, wo sie in Echtzeit visualisiert und überwacht werden.
Projekte dieser Art zeigen, wie das Multi-Tenancy-Modell in der Praxis skaliert: Der Betreiber erhält einen eigenen abgeschlossenen Mandantenbereich mit allen Sensoren des Objekts, während Elbesoft IoT die Plattform zentral wartet, aktualisiert und überwacht. Für Gebäudeverwalter mit mehreren Liegenschaften – ob denkmalgeschützte Objekte oder Neubauten – bedeutet das: minimaler Eigenaufwand, maximale Transparenz pro Standort.
Technologie & Plattform: Elbesoft Connect
Elbesoft Connect ist der kommerzielle Managed Service von Elbesoft IoT auf Basis von ThingsBoard CE. Die Plattform wird in Dresden betrieben, gewartet und kontinuierlich aktualisiert. Kunden erhalten ab Tag 1 Zugang zu einem vollständig eingerichteten Mandantenbereich: Die initiale Einrichtung dauert in der Regel 15 Minuten; über 50 Sensor-Decoder stehen sofort bereit. Neue Decoder für zusätzliche Sensortypen werden in der Regel innerhalb von 48 Stunden auf Anfrage ergänzt. Der Service startet ab 175 €/Monat für bis zu 50 Sensoren.
Elbesoft Connect ist kein Open-Source-Produkt, sondern ein vollständig verwalteter, kommerzieller Dienst mit direktem Support, definierten Service-Levels und laufenden Plattform-Updates. Wer ThingsBoard selbst betreiben möchte, kann dies mit ThingsBoard CE tun; wer sofort einsatzbereite, verwaltete Infrastruktur bevorzugt, wählt Elbesoft Connect. Für Stadtwerke oder Gebäudeverwalter, die mehrere Kunden oder Liegenschaften abbilden müssen, bietet Elbesoft darüber hinaus individuelle IoT-Beratung zur Mandanten-Architektur an.
Häufige Fragen zu ThingsBoard Multi-Tenancy
Multi-Tenancy bezeichnet die Fähigkeit von ThingsBoard, mehrere vollständig voneinander getrennte Mandanten auf einer einzigen Plattforminstanz zu betreiben. Jeder Mandant verfügt über einen eigenen isolierten Bereich mit Nutzern, Geräten, Dashboards und Daten – unsichtbar für alle anderen Mandanten.
ThingsBoard erzwingt die Datentrennung technisch auf Datenbankebene – kein Mandant kann auf Daten eines anderen zugreifen. Im LoRaWAN-Betrieb werden alle Sensorübertragungen zusätzlich mit AES-128 verschlüsselt. Damit ist die Sicherheit sowohl auf Plattform- als auch auf Übertragungsebene gewährleistet.
Ja. Jeder Tenant-Administrator kann eigene Kundenkonten (Customers) einrichten, diesen Geräte und Dashboards zuweisen sowie eigenständige Benutzer mit definierten Rollen und Zugriffsrechten anlegen – alles innerhalb seines isolierten Mandantenbereichs, ohne Eingriff des Systemadministrators.
Elbesoft Connect ist ein kommerzieller Managed Service auf ThingsBoard CE-Basis. Kunden erhalten ab 175 €/Monat einen ab Tag 1 betriebsbereiten Mandantenbereich mit über 50 Sensor-Decodern, direktem Support aus Dresden und Einrichtung in der Regel innerhalb von 15 Minuten. Neue Decoder werden in der Regel innerhalb von 48 Stunden ergänzt.
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