Digitaler Denkmalschutz: Mit LoRaWAN zum smarten Gebäudemanagement in Kirchen
Die Kirche zählt zu den größten Immobilienbesitzern im Bereich historischer und denkmalgeschützter Gebäude. Eine besondere Herausforderung dabei: Diese Bauwerke verfügen oft über eine minimale technische Infrastruktur. Herkömmliche Smart-Building-Lösungen scheitern hier meist an der Notwendigkeit aufwendiger Verkabelungen, die aus Denkmalschutzgründen nicht realisierbar sind.
In enger Zusammenarbeit mit dem Landeskirchenamt haben wir für die Johanniskirche in Plauen eine Lösung realisiert, die genau hier ansetzt. Das Ziel: Ein intelligentes Gebäudemanagement, das kabellos funktioniert und präzise Daten liefert – auch wenn niemand vor Ort ist.
Die Technologie: LoRaWAN & ThingsBoard
Um die dicken Mauern der historischen Bausubstanz zu durchdringen, setzen wir auf LoRaWAN-Technologie. Diese Funktechnik ist extrem reichweitenstark, sicher und ermöglicht den Betrieb von Sensoren über viele Jahre hinweg mit nur einer Batterie.
Die gesammelten Daten fließen in der Plattform ThingsBoard zusammen. Dort werden sie visualisiert und ausgewertet, sodass die Verantwortlichen vor Ort jederzeit ein detailliertes Bild über den Zustand ihrer Kirche erhalten.
Die installierte Sensorik im Überblick
Um die Kirche optimal zu schützen und zu verwalten, haben wir verschiedene Sensortypen implementiert:
Personenzählung im Eingangsbereich: Ermöglicht die anonyme Auswertung von Besucherströmen und die Erfolgskontrolle von Veranstaltungen.
Türkontaktsensorik an allen Zugängen: Dient als zuverlässige Einbruchssicherung und informiert in bestimmten Zeiträumen über Türöffnungen.
Raumklimamonitoring: Ein entscheidender Faktor für den Schutz der historischen Bausubstanz und wertvoller Inventare (wie Orgeln oder Holzaltäre). Wir haben zudem Varianten mit Display installiert, damit die Kirchengemeinde die Werte auch direkt vor Ort ablesen kann.
Vernetzte Rauchmelder: Brandschutz ist im Denkmalschutz essenziell. Die Sensoren garantieren eine Früherkennung von Bränden und alarmieren die Verantwortlichen sofort digital – selbst bei leerem Gebäude.
Smarte Stromauslesung: Über die optische Schnittstelle der Stromzähler werden Verbrauchsdaten direkt digitalisiert, um manuelle Ablesungen zu vermeiden und feingranulare Verbrauchsmuster zu erfassen.
Fazit
Das Projekt in Plauen zeigt eindrucksvoll, dass sich Tradition und modernste Technik nicht ausschließen. Dank LoRaWAN lassen sich auch jahrhundertealte Gebäude ohne bauliche Eingriffe in das digitale Zeitalter überführen.