Von InfluxDB + Grafana + Keycloak zu ThingsBoard — eine zentrale IoT-Plattform für Kommunen
Die Stadt Bad Belzig hatte ein typisches Problem wachsender Smart-City-Projekte: ein fragmentierter Software-Stack aus mehreren Einzelkomponenten — wartungsintensiv, fehleranfällig und kaum skalierbar. Nach einem strukturierten Evaluationsprozess im Sommer 2024 wurden fünf dieser Komponenten gemeinsam mit Elbesoft IoT innerhalb von rund zwei Monaten durch ThingsBoard Community Edition konsolidiert.
Bad Belzig nutzte The Things Network (TTN) als LoRaWAN-Netzwerkserver — daran angebunden war eine Kette weiterer Werkzeuge: Node-RED (Datenverarbeitung & MQTT-Routing), eine manuell gepflegte CSV-Datei in GitHub (Sensor-Metadaten), InfluxDB (Datenspeicherung), Grafana (Visualisierung) und Keycloak (Authentifizierung). Jede dieser fünf Komponenten hatte ihren eigenen Update-Zyklus, eigene Bugs und eigenen Administrationsaufwand. Besonders die manuelle Metadatenpflege per CSV und die komplexe Benutzerverwaltung über Keycloak erzeugten regelmäßigen Mehraufwand und waren fehleranfällig.
Die Lösung: ThingsBoard CE
ThingsBoard Community Edition vereint Datenspeicherung (PostgreSQL), Dashboards, Benutzerverwaltung, Rule-Engine und API in einer einzigen Plattform — gehostet von Elbesoft IoT in einem deutschen Rechenzentrum. Relevante historische Sensordaten aus der bestehenden InfluxDB wurden in ThingsBoard migriert. Keine Lizenzkosten, volle Datensouveränität, DSGVO-konform.
ThingsBoard IoT Gateway
Das ThingsBoard IoT Gateway bildet die Integrationsschicht: Es empfängt LoRaWAN-Sensordaten weiterhin vom bewährten The Things Network per MQTT — ergänzt um NB-IoT- und Mobilfunk-Geräte sowie Wetterstationen. Maßgeschneiderte Rule Chains und Data Uplink Converter übernehmen die automatische Datenverarbeitung, Alarmierung und Weiterleitung an Drittplattformen.
Umgesetzte Anwendungen in Bad Belzig
Sieben aktive Anwendungsfälle — alle über eine einzige Plattform verwaltet.
LoRaWAN-Bodenfeuchtigkeitssensoren erfassen Messdaten, die über ThingsBoard verarbeitet und automatisch an die Klimadatenplattform der Wassermeisterei weitergeleitet werden — Beitrag zum regionalen Citizen-Science-Projekt.
Anhand von Umweltsensordaten (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind) werden kleinräumige Waldbrandrisikostufen automatisch berechnet und im Feuerwehr-Dashboard visualisiert. Die Anwendung wurde auf OpenCODE als Open-Source-Lösung veröffentlicht.
LoRaWAN-Heizkörperthermostate im Rathaus werden zentral über ThingsBoard gesteuert — zeitgesteuert, raumweise und bedarfsgerecht. Reduziert Heizkosten ohne manuelle Eingriffe.
Wasserzähler werden kabellos über LoRaWAN ausgelesen — manuelle Ablesungen entfallen, Verbrauchsanomalien und Leckageverdacht werden automatisch erkannt und gemeldet.
Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO₂ werden in den Räumen des Rathauses kontinuierlich erfasst — zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und als Basis für die Heizungsoptimierung.
Lokale Wetterstationen liefern Echtzeit-Umweltdaten direkt in ThingsBoard — als Datengrundlage für die Waldbrandstufen-Berechnung und als eigenständiges kommunales Monitoring-Instrument.
Eine eigens entwickelte Anwendung zur Erfassung und Auswertung von LoRaWAN-Funkmessungen ermöglicht die kontinuierliche Qualitätsbewertung der Netzabdeckung und gezielte Optimierung der Gateway-Positionierung.
Feuerwehr-Dashboard auf OpenCODE veröffentlicht
Die in Bad Belzig entwickelte Waldbrandfrühwarnung wurde als Open-Source-Lösung auf OpenCODE — der offiziellen Open-Source-Plattform der deutschen öffentlichen Verwaltung — veröffentlicht. Andere Kommunen können die Lösung kostenfrei übernehmen und an ihre lokalen Bedingungen anpassen.
CODE
Ergebnis: ThingsBoard als zentrales Herzstück
Fünf Einzelwerkzeuge wurden durch ThingsBoard konsolidiert. TTN bleibt als bewährter LoRaWAN-Netzwerkserver bestehen — alle anderen Funktionen laufen nun in einer einzigen Plattform, inklusive Migration relevanter historischer Messdaten.
(Node-RED, CSV, InfluxDB, Grafana, Keycloak)
NB-IoT · MQTT
in einer Plattform
Anwendungen
Migration
ThingsBoard CE
Datensouveränität
ThingsBoard Hosting & IoT-Betrieb für Kommunen — aus einer Hand
Kein eigenes IoT-Team nötig. Wir übernehmen Hosting, Betrieb und Weiterentwicklung Ihrer ThingsBoard-Plattform als vollständig verwalteter Service.
ThingsBoard läuft sicher in einem deutschen Rechenzentrum — mit automatischen Updates, täglichen Backups und DSGVO-konformer Datenhaltung. Sie müssen sich um nichts kümmern.
Proaktives Plattform-Monitoring und ein direkter technischer Ansprechpartner. Störungen werden erkannt und behoben, bevor sie Ihren Betrieb beeinträchtigen.
Neue Sensoren und Datenquellen werden nahtlos integriert — LoRaWAN, MQTT, NB-IoT, Modbus und weitere Protokolle. Inklusive maßgeschneiderter Uplink Converter und Rule Chains.
Individuelle Dashboards, Alarmierungslogiken und Spezialanwendungen — entwickelt nach Ihren Anforderungen, nutzbar für alle Fachbereiche ohne technisches Vorwissen.
Datenaustausch mit externen Systemen — Klimadatenplattformen, städtische IT oder weitere Fachanwendungen — per REST API oder MQTT vollständig automatisiert.
Von der Planung über die Datenmigration bis zur Mitarbeiterschulung — wir begleiten den gesamten Umstieg und sorgen dafür, dass Ihr Team sicher mit der Plattform arbeitet.
ThingsBoard Hosting & Betrieb — alles aus einer Hand, ohne eigenes IoT-Team.
Ähnliche Herausforderungen in Ihrer Stadt?
Ob Energiemonitoring, Umweltsensorik oder die Ablösung eines bestehenden Softwarestacks — wir begleiten Kommunen von der ersten Idee bis zum laufenden Betrieb. Herstellerunabhängig, DSGVO-konform, mit direktem Ansprechpartner.
Fragen zum Projekt Bad Belzig
Warum hat sich Bad Belzig für ThingsBoard und nicht für eine andere IoT-Plattform entschieden?
Vor der Entscheidung wurden mehrere Alternativen systematisch evaluiert — darunter Hypertegrity, DKSR und der Frost-Server. ThingsBoard überzeugte als einzige Lösung in allen entscheidenden Kriterien: vollständig Open Source in der Community Edition, keine laufenden Lizenzkosten, umfangreiche Integrationsmöglichkeiten (LoRaWAN, MQTT, NB-IoT) und eine aktive Entwicklercommunity. Besonders wichtig war die Möglichkeit, eigenen Code — Dashboards, Rule Chains, Uplink Converter — eigenständig auf OpenCODE zu veröffentlichen und so anderen Kommunen zugutekommen zu lassen.
Wie lange hat die Migration von InfluxDB und Grafana zu ThingsBoard gedauert?
Die technische Installation von ThingsBoard war innerhalb weniger Tage abgeschlossen. Die vollständige Ablösung des alten Stacks — inklusive Planung, Konfiguration aller Integrationen, Entwicklung der Dashboards und Rule Chains sowie der Migration relevanter historischer Sensordaten aus der InfluxDB — hat rund zwei Monate in Anspruch genommen.
Welche Datenquellen und Übertragungswege werden in ThingsBoard integriert?
Die Plattform ist nicht auf LoRaWAN beschränkt. Neben LoRaWAN-Sensoren, die über das The Things Network per MQTT angebunden sind, werden auch Geräte über NB-IoT und Mobilfunk direkt in ThingsBoard integriert. Wetterstationen, Wasserzähler und weitere Messgeräte unterschiedlicher Hersteller und Protokolle laufen damit über eine einheitliche Plattform.
Wie viele IoT-Geräte kann ThingsBoard Community Edition verwalten?
ThingsBoard Community Edition setzt keine Grenze bei der Geräteanzahl — die Plattform wächst mit den Anforderungen der Stadt. In Bad Belzig werden kontinuierlich neue Sensoren und Datenquellen integriert, darunter LoRaWAN-Sensoren, NB-IoT-Geräte, Wetterstationen und Wasserzähler. Das macht ThingsBoard zur zukunftssicheren Basis für wachsende Smart-City-Infrastrukturen.
Kann unsere Kommune die Waldbrand-Frühwarnung von Bad Belzig übernehmen?
Ja. Die in Bad Belzig entwickelte Anwendung zur automatischen Berechnung kleinräumiger Waldbrandrisikostufen wurde als Open-Source-Lösung auf OpenCODE veröffentlicht — der offiziellen Open-Source-Plattform der deutschen öffentlichen Verwaltung. Andere Kommunen können den Code kostenfrei übernehmen und an ihre lokalen Gegebenheiten anpassen. Elbesoft IoT unterstützt bei der Einrichtung und Integration in eine bestehende ThingsBoard-Instanz.